Mythos "Roter Tee"

Was bei uns typischerweise als Schwarztee bezeichnet wird, ist in China der „rote Tee“. Die unterschiedliche Namensgebung ist auf die Farbe des Tees zurückzuführen. Bei uns im Westen hat der schwarze Tee seinen Namen aufgrund der Farbe der trockenen Blätter. In China hingegen richtet man sich nach der Farbe des aufgegossenen Tees, diese hat bei chinesischen Schwarztees oft eine kupferfarbene, rötlich schimmernde Tasse, daher der Name „roter Tee“.

Bekannte chinesische rote Tees kommen oft aus den Provinz Yunann oder Anhui, hier werden Sorten wie Pu-Erh, Keemun und Yunnan produziert.

Roter Tee in Schale

Roter Tee

Roter Tee: Pu Erh Tee

Der rote Pu Erh Tee wird im Westen vor allem aufgrund der ihm nachgesagten gesundheitlichen Wirkungen zunehmend geschätzt. Er gilt als Schlankmacher da er die Fettverbrennung anregen soll. So wurde beispielsweise anhand experimenteller Versuche mit Ratten gezeigt, dass bestimmte Chemikalien des roten Pu Erh Tees die Synthese von Cholesterin hemmen können. Dieser rote Tee soll außerdem eine antibakterielle und entschlackende Wirkung haben. Zum Beispiel wirkt er anregend auf den Leberstoffwechsel, als Indikator gilt der nachgewiesene beschleunigte Abbau von Alkohol im Blut. Allerdings sind das alles nur Indizien für die positive Wirkung dieses roten Tees auf den Körper, wissenschaftlich bestätigt wurden diese bisher noch nicht. Unser Tipp daher: Probieren Sie den roten Tee doch am besten selbst aus, um sich eine eigene Meinung über die Wirkung und den Geschmack dieses besonderen Tees zu bilden. Dabei sollten Sie allerdings beachten, dass man maximal 5-6 Tassen roten Pu Erh Tee am Tag trinken sollte, ansonsten wird zuviel Koffein eingenommen.

Der rote Pu  Erh Tee wird aus dem sogenannten Qingmao Teebaum gewonnen, einer Unterart des Teestrauchs camellia sinesis. Dieser Baum wächst vor allem in der chinesischen Provinz Yunnan, in der Nähe der gleichnamigen Stadt Pu´ er. Der ursprünglich noch grüne Tee, wird nach der Ernte mehrere Stunden lang hoher Temperatur und Feuchtigkeit ausgesetzt, so fermentieren die Teeblätter. Das besondere dieses roten Tees ist, dass er eine lange Lagerzeit durchläuft, während dessen er langsam nachreift. Dadurch entwickelt er seinen charakteristischen erdigen, leicht rauchigen Geschmack. Verantwortlich für den natürlichen Reifeprozess sind die dem Teeblatt eigenen Bakterien und Mikroorgansimen. Allerdings wurde seit den 70er Jahren ein Verfahren entwickelt  um den Reifevorgang durch die künstliche Zugabe von Bakterien zu beschleunigen.

Ursprünglich wurde der rote Pu Erh Tee zu Zwecken der einfachen Lagerung und des einfacheren Transports zu Ziegeln oder Fladen gepresst. Inzwischen gibt es ihn aber auch lose zu kaufen.  Der rote Pu Erh Tee ist eine der ältesten Sorten des roten Tees und wird vermutlich schon seit 1700 Jahren hergestellt. Unter der Tang Dynastie (607-907) wurde der Anbau erstmals kultiviert, seit dem wird der Pu Erh Tee in der chinesischen Teewelt hoch geschätzt. Aber nicht nur der Pu Erh Tee ist ein interessanter chinesischer Tee, zu den sogenannten „roten Tees“ zählt auch der Keemun.


Roter Pu-Erh Teefladen
Roter Pu-Erh Teefladen

Pu Erh Teefladen

Roter Tee: Keemun

Der rote Keemun Tee, chinesisch: „Qi-Men“, stammt aus der Nähe des weltberühmten gelben Berges in der Provinz Anhui. Diese ist vor allem bekannt für die vielen hochwertigen Grünen Tees, die hier angebaut werden. Seit dem späten 19. Jahrhundert werden dort allerdings auch tolle „rote Tees“, wie Keemun hergestellt. Der rote Tee Keemun hat kaum Bitterstoffe und schmeckt daher ausgesprochen mild. Oft hat er einen fruchtigen Geschmack mit einem Hauch von Blütenaroma. Seine Blätter sind lang und dünn mit rötlichem Farbschimmer.  Dieser rote Tee eignet sich aufgrund seines milden Geschmacks hervorragend als Nachmittagstee und wird dafür nicht zuletzt von den Engländern sehr geschätzt. Der rote Keemun Tee ist daher oft Bestandteil Englischer Mischungen.

Roter Tee: Yunnan

Eine weitere Berühmtheit unter den roten Tees ist der Yunnan, im chinesischen auch Dian Hong Tee genannt. „Dian“ ist eine Abkürzung für Yunnan und „Hong“ steht für die Farbe Rot. Die Provinz Yunnan gilt als „die Provinz des ewigen Frühlings“ und zählt zu den schönsten Landschaften der Erde. Sie bietet eine einzigartige Pflanzenvielfalt und optimale klimatische Bedingungen für den roten Tee.

Yunnan Tees haben eine angenehm fruchtige Note, wobei der Geschmack oft an dezent reife Pflaumen erinnert. Der Aufguss ist goldfarben bis orange.

„Unechter“ roter Tee: Rooibos Tee

Als roter Tee wird manchmal auch der Rooibos Tee bezeichnet und zwar aufgrund seines rötlich glänzenden Blattes. Allerdings ist Rooibos gar kein Tee, da er nichts mit der Teepflanze camellia sinesis zu tun hat, sondern aus einer kleinen, südafrikanischen Buschpflanze gewonnen wird, die ausschließlich in den Cedarbergen der südafrikanischen Provinz Westkap wächst. Rooibos Tee enthält viele Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium und Zink und hat dadurch eine sehr gesunde Wirkung auf den Menschen. Dieser „unechte“ rote Tee hat einen weich süßlichen bis erdigen Geschmack.

Roter Rooibos Tee

Rooibos Tee

Roter Tee: Sorten in unserem Shop

Rote Tees sind also, neben dem südafrikanischen Rooibos, vor allem chinesische Schwarztees. Zu den bekanntesten Sorten zählen der rote Pu Erh Tee, der Keemun und der Yunnan. In unserem Shop finden Sie jede dieser Sorten in verschiedenen Variationen. Wir führen den King of Pu Erh, der dank seines erlesenen Blattes von äußerst guter Qualität ist, aber auch der klassische Pu Erh Teefladen in seiner traditionellen Ursprungsform ist bei uns zu haben. Außerdem finden Sie bei uns einen Top Keemun Hao Ya, von dem in China jedes Jahr nur Wenige wenige Kilos produziert werden. Dieser hervorragende rote Keemun Tee ist mild, aromatisch und sehr bekömmlich. Als Vertreter des roten Yunnans Tees finden Sie bei uns einen Golden Yunnan, ein Tee mit vielen Goldtips und feinem gleichmäßigem Blatt.

Roter Tee: Zubereitung

Am besten verwendet man für die Zubereitung des roten Tees weiches, kalkarmes Wasser, welches  kochend über den Tee gegossen werden sollte. Für einen Liter nehmen Sie  4 bis 5 gehäufte Teelöffel des roten Tees. In China bevorzugt man es, den roten Tee Tasse für Tasse frisch aufzugießen. So ist das Erlebnis für die beteiligten Sinne am intensivsten, da sowohl der Geschmack, als auch der Geruch des roten Tees frisch zubereitet am stärksten ist. Pro Tasse genügt ein gehäufter Teelöffel. Hochwertige rote Tees können 2- bis 3-mal aufgegossen werden.

Roter Tee: In Kürze

Der Name roter Tee bezeichnet also in China die Farbe des aufgegossenen Tees. Während sich die Namensgebung für den chinesischen Schwarztee eher an der Farbe des trockenen Blattes orientiert. Gerade der in diesem Bericht vorgestellte rote Pu Erh Tee ist eine Besonderheit und sollte von Teeliebhabern unbedingt probiert werden.

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Kommentare: 2
  • #1

    Ingemaus (Donnerstag, 05 November 2015 22:38)

    wieder mal etwas neues dazugelernt...Danke war Interessant zu lesen. Liebe Grüße

  • #2

    Zofia (Donnerstag, 10 September 2020 13:20)

    Danke für die lehrreiche Information. Als Teetrinker werde ich die Sorten Keemun und Yunnan probieren. Der erdige Geschmack vom Pu Erh Tee ist Geschmackssache, meiner nicht.
    Viele Grüße