Oolong
Taiwan (in der Teesprache immer noch "Formosa" genannt) ist eine Insel mit sehr feuchtem Klima. Die Temperaturen übersteigen im Sommer nicht 28 °C. Man erlebt hier zur Freude aller Teeliebhaber eine Renaissance der großen chinesischen Tees. Der Anbau erfolgt über viele kleine Familienmanufakturen. Sie erzeugen in erster Linie die Spezialität der Insel, den Oolong ("Schwarzer Drache"). Hierbei handelt es sich um einen teilfermentierten, oft nur leicht anfermentierten Tee. Den typischen Formosa Oolong lässt man 40 - 70% fermentieren, nachdem die nicht zu früh geernteten Blätter im Sonnenlicht getrocknet und in Bambuskörbchen geschüttet wurden, um die Blattränder zu brechen ("Brauner Oolong"). Die grüne Variante wird ebenso behandelt, aber nur kurz an der Luft einer natürlichen Fermentation (10 - 20%) ausgesetzt. Dadurch werden die Inhaltsstoffe geschont und bleiben fast naturbelassen wie bei Grünem Tee. Da die reiferen Teeblätter verwendet werden, ist Oolong ein relativ teeinarmer Tee. Tipp: Bei der Zubereitung das Blattvolumen berücksichtigen. Im Zweifelsfall lieber etwas mehr Tee nehmen (soviel wie Sie mit 3 Fingern greifen können, entsprechend ca. 2 Teelöffel) und kürzer (dafür öfter) ziehen lassen. Man kann 3 - 5 Aufgüsse von denselben Blättern machen. Den ersten und zweiten Aufguss 1 - 2 Min. ziehen lassen, die folgenden 3 - 10 Minuten. In China verwendet man dafür kleine Ihsing Tonteekännchen.
!